10/2001 - Österreichischer Zeitgeschichtetag

5. Österreichischer Zeitgeschichtetag: "Demokratie – Zivilgesellschaft – Menschenrechte".
Universität Klagenfurt, 4. bis 6. Oktober 2001

Vortrag: Die Opfer der NS-Militärjustiz und die Zweite Republik

Im Rahmen des Panels „Österreichische Opfer der NS-Militärgerichtsbarkeit“ (Chair: Walter Manoschek, Kommentar: Wolfram Wette) referierte David Forster über die rechtliche Situation der Opfer der NS-Militärjustiz nach 1945. Zunächst wurden die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen im Überblick dargelegt, anschließend die staatlichen Maßnahmen zugunsten der untersuchten Opfergruppe behandelt, wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen Urteilsaufhebung und Fürsorge bzw. Entschädigung lag.
Maria Fritsche und Thomas Geldmacher sprachen über „Die strafrechtliche Verfolgung von Deserteuren in der NS-Zeit“ bzw. „Das Feldgericht der Division 177 in Wien, 1939 bis 1945“. Eine bemerkenswerte Folge des Auftritts des Projekt-Teams war eine Änderung in der Vergabepraxis des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, nachdem, Vertreterinnen des Fonds im Publikum auf die Problematik der Ablehnung von Anträgen ehemaliger Wehrmachtsdeserteure aufmerksam wurden.

Publikation
Eine überarbeitete Fassung des Vortragsmanuskripts sollte im Tagungsband publiziert werden, welcher jedoch nicht erschienen ist. Forster, David: Die Opfer der NS-Militärjustiz und die Zweite Republik. In: Stuhlpfarrer, Karl; Rettl, Lisa (Hg.): Demokratie – Zivilgesellschaft – Menschenrechte. 5. Österreichischer Zeitgeschichtetag 2001 (unveröffentlicht).