10/2013 - Diskussionsrunde "Wiener Vereine unterm Hakenkreuz"

"Wiener Vereine unterm Hakenkreuz" - Vorträge und Diskussionsrunde im Rahmen der Wanderausstellung "Tatort Stadion" in Wien

1. Oktober 2013, Veranstaltungszentrum, Thelemangasse 4/1, 1170 Wien

Moderation: Jakob Rosenberg (ballesterer fm)

mit Matthias Marschik (Wiener Fußball während der NS-Zeit), Alexander Juraske (First Vienna Football Club 1894), David Forster (FK Austria), Georg Spitaler (SK Rapid), Susanne Helene Betz (SC Hakoah) 

Programmtext: Bis heute halten sich hartnäckig zwei Erzählungen zur Geschichte des Fußballsports während der nationalsozialistischen Herrschaft: Der eine Erzählstrang betont den Primat der Politik und geht von einer Indoktrinierung und Instrumentalisierung des Fußballs durch das Regime aus. Der andere betont die Eigenweltlichkeit des Sports und postuliert selbst für die Jahre der NS-Herrschaft, Sport und Politik hätten letztlich nichts miteinander zu schaffen. Er sieht in der Fußballpraxis ein widerständiges Element innerhalb des NS-Staates.

Aus der Kombination der beiden an sich widersprüchlichen Stränge entsteht dann die Erzählung von einem Fußballgeschehen, das sich den Vorgaben von Politik und Sportpolitik weitestmöglich zu entziehen trachtete, wobei Stadien und Sportplätze – mit wenigen Ausnahmen – einen neutralen oder sogar widerständigen Ort inmitten des NS-Staates bildeten, was die Funktionäre, Spieler und Zuschauer_innen betraf. Anhand von Kurzvorträgen wurde die Situation der oben genannten Vereine dargestellt und kontextualisiert.

Nachlese bei Fußball, Soccer, Calcio & Co.