Wanderausstellung »Was damals Recht war... – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht«

Projektdaten

Auftraggeber: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.

Projektleitung, Berlin: Ulrich Baumann und Magnus Koch.

Leitung des Rechercheteams „Karl Everts“, Wien: David Forster.

Mitarbeiter „Karl Everts“, Wien: Matthias Galan und Martin Tobolka.

Laufzeit: September 2006 bis Jänner 2007.

Publikation: Karl Everts (nicht zur Veröffentlichung bestimmter Bericht).
Die Wanderausstellung wurde am 21./22. Juni 2007 in Berlin eröffnet.

Projektbeschreibung

In einem Teilbereich der Wanderausstellung zur NS-Militärjustiz geht es um Dr. Karl Everts, der von 1941 bis 1945 am Feldkriegsgericht der Division Nr. 177 in Wien tätig war und sich hier insbesondere der Verfolgung von Selbstverstümmlern in der Wehrmacht widmete. Die Stiftung Denkmal beauftragte David Forster mit Grundlagenforschung zu Everts’ Wirken als Ankläger und Richter in Wien, zu seiner Rolle im bürokratischen Apparat des Divisionsgerichts und der Strafverfolgung nach 1945. Nach einem Probedurchlauf mit dem Bearbeitungsraster wurde im Oktober ein Zwischenbericht vorgelegt. Innerhalb von fünf Monaten bearbeitete Forster gemeinsam mit zwei studentischen Mitarbeitern große Aktenbestände: Im Österreichischen Staatsarchiv / Archiv der Republik und im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes wurden aus Verfahrensakten 116 Fälle erfasst, in denen Karl Everts als Ankläger bzw. Ermittler oder Richter beteiligt war. Die Daten zur Verfolgung von 114 Personen wurden in über 2.400 Felder des Bearbeitungsrasters eingegeben und mit quantitativen wie qualitativen Methoden ausgewertet und analysiert. Darüber hinaus wurden Gerichtspersonalakten gesichtet, kategorisiert und beschrieben. Für den Berichtsteil über die Strafverfolgung nach 1945 wurden der Volksgerichtsverfahrensakt zu Karl Everts, die Akten zum Prozess gegen seine Helfer von der Heeresstreife Groß-Wien sowie verschiedene Akten des Bundesministeriums für Justiz eingesehen und bearbeitet, zusätzlich wurde ein umfangreicher Medienspiegel erstellt. Der Forschungsbericht im Umfang von rund 35 Seiten diente als Basis für die Darstellung von Karl Everts in der Ausstellung, Teile des gesammelten Materials (Fotos, Dokumente, Zeitungsartikel) werden dort gezeigt.

 
 

Ausstellungseröffnung